Dienstag, 23. Dezember 2008
Die Uni macht uns bekannt!
Auch wenn unsere eigene Website leider noch nicht fertig steht, macht die TU Chemnitz jetzt in einer Pressemitteilung auf uns aufmerksam:
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/dateien/1/1777
Klingt gut, oder? :)
http://www.tu-chemnitz.de/tu/presse/dateien/1/1777
Klingt gut, oder? :)
Montag, 22. Dezember 2008
Weihnachts"pause"
Am Donnerstag Abend hatten wir unser letztes Treffen für dieses Jahr.
Wir hatten ein buntgemischtes "Programm": Zum einen hieß es Landeskunde Israel, denn Sue hat uns einiges über das jüdische Chanukka erzählt, was jetzt Ende Dezember gefeiert wird - also Herkunft und Hintergründe sowie die Bräuche und Traditionen.
Im Gegensatz dazu haben wir uns in der Pause allerdings deutschen Traditionen hingegeben: Es mussten viele Plätzchen, Spekulatius, Plätzchen, Lebkuchen, Plätzchen, Plätzchen etc. (zum Glück auch unterbrochen von leckerem Salat) und einige Liter Glühwein vernichtet werden :)
Der Hauptteil der Sitzung widmete sich jedoch dem Position Paper Writing. Das ist wohl der wichtigste Teil unserer Vorbereitung für New York. In allen Komitees, in denen wir als Repräsentanten Israels sitzen werden, gibt es 3 Themen, die in New York besprochen werden können (man schafft in der Regel nur ein Thema, aber welches das sein wird, darüber wird erst dort mit allen Ländern abgestimmt). Das heißt, wir müssen jetzt herausfinden, welche Position unser Land bei den jeweiligen Thematiken vertritt. Und genau das heißt es in einem "Position Paper" niederzuschreiben. Diese Papiere werden bereits Anfang März nach New York geschickt, wo sie dann auch durchgesehen und bewertet werden, man kann für besonders gute Arbeit sogar mit Awards belohnt werden.
Da sich diese Papiere (die zwar pro Komitee nur aus 2 Seiten bestehen, was aber viel weniger klingt als es ist) allerdings nicht an zwei Tagen schreiben lassen, müssen wir jetzt bereits damit anfangen. Den Großteil der Zeit nimmt wohl die Recherche in Anspruch. Man muss herausfinden, was sowohl die UNO als auch Israel zu diesem Thema bereits unternommen hat, dieses bewerten, Ideen für weitere Lösungsansätze finden etc.
Bis zum 11. Januar müssen wir unsere Paper an Sue schicken (daher auch Weihnachts"pause"). Danach werden wir diese uns gegenseitig verbessern und noch ein paar mal verändern, bis sie dann soweit sind, dass sie die lange Reise über den großen Teich antreten können.
Bin ja mal gespannt, was da auf uns zukommt!
In diesem Sinne... bis nächstes Jahr!
Wir hatten ein buntgemischtes "Programm": Zum einen hieß es Landeskunde Israel, denn Sue hat uns einiges über das jüdische Chanukka erzählt, was jetzt Ende Dezember gefeiert wird - also Herkunft und Hintergründe sowie die Bräuche und Traditionen.
Im Gegensatz dazu haben wir uns in der Pause allerdings deutschen Traditionen hingegeben: Es mussten viele Plätzchen, Spekulatius, Plätzchen, Lebkuchen, Plätzchen, Plätzchen etc. (zum Glück auch unterbrochen von leckerem Salat) und einige Liter Glühwein vernichtet werden :)
Der Hauptteil der Sitzung widmete sich jedoch dem Position Paper Writing. Das ist wohl der wichtigste Teil unserer Vorbereitung für New York. In allen Komitees, in denen wir als Repräsentanten Israels sitzen werden, gibt es 3 Themen, die in New York besprochen werden können (man schafft in der Regel nur ein Thema, aber welches das sein wird, darüber wird erst dort mit allen Ländern abgestimmt). Das heißt, wir müssen jetzt herausfinden, welche Position unser Land bei den jeweiligen Thematiken vertritt. Und genau das heißt es in einem "Position Paper" niederzuschreiben. Diese Papiere werden bereits Anfang März nach New York geschickt, wo sie dann auch durchgesehen und bewertet werden, man kann für besonders gute Arbeit sogar mit Awards belohnt werden.
Da sich diese Papiere (die zwar pro Komitee nur aus 2 Seiten bestehen, was aber viel weniger klingt als es ist) allerdings nicht an zwei Tagen schreiben lassen, müssen wir jetzt bereits damit anfangen. Den Großteil der Zeit nimmt wohl die Recherche in Anspruch. Man muss herausfinden, was sowohl die UNO als auch Israel zu diesem Thema bereits unternommen hat, dieses bewerten, Ideen für weitere Lösungsansätze finden etc.
Bis zum 11. Januar müssen wir unsere Paper an Sue schicken (daher auch Weihnachts"pause"). Danach werden wir diese uns gegenseitig verbessern und noch ein paar mal verändern, bis sie dann soweit sind, dass sie die lange Reise über den großen Teich antreten können.
Bin ja mal gespannt, was da auf uns zukommt!
In diesem Sinne... bis nächstes Jahr!
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Are there any points or motions on the floor at this time?
... diesen Satz haben wir am Wochenende wohl am häufigsten gehört.
Für 6 Mann unserer Delegation ging es nämlich auf nach Regensburg, um an einer Probesimulation teilzunehmen.

Am Freitag und Samstag verbrachten wir jeweils ca. 13 Stunden in einem Sitzungssaal der Uni, wo wir zusammen mit Regensburger Studenten den Wirtschafts- und Sozialrat der UN (ECOSOC) simuliert haben. Dies verlief in einem sehr kleinen Rahmen (wir waren nur 31 - in New York bestehen die großen Komitee aus dem 10fachen!), was wir als sehr günstig empfunden haben, um einfach einmal hinein zu schnuppern. Es bestand immer die Möglichkeit, Fragen zum Ablauf zu stellen, was sehr hilfreich war.
Ich muss gestehen, dass ich TOTAL aufgeregt war, weil ich mich überhaupt nicht vorbereitet gefühlt habe. Aber ich kann berichten, dass sich die Aufregung nach einer halben Stunde gelegt hat und man sich echt schnell reingefunden hat! Außerdem hatte ich in den 2 Tagen so einige "Aha-Erlebnisse", die mir den ganzen Ablauf, den ich bisher nur theoretisch kannte, verdeutlicht haben.
Hier eine hoffentlich halbwegs verständliche Schilderung der RegMUN:
Jeder der 31 Teilnehmer vertrat ein Land, ich war Vertreter der Tschechischen Republik.

Nun ist es wichtig zu wissen, dass so eine Session aus einem formellen Teil und einem informellen, den sogenannten "caucusses", besteht. Die formelle Sitzung wird vom "Chair" (Vorsitzender) geleitet, der von 2 "Rapporteurs" ("Berichterstatter", hauptsächlich für Auszählen der Abstimmungsergebnisse zuständig) unterstützt wird; die Delegierten sitzen auf den ihnen zugewiesenen Plätzen.
Für jede Sitzung gibt es eine Agenda, die aus 3 Themen besteht. Über die Reihenfolge dieser Themen wird zu Beginn abgestimmt. (Man schafft in einer Session eigentlich immer nur 1 Thema)
Danach wird eine Sprecherliste eröffnet und die Redezeit begrenzt. All diese Dinge gehen von den Delegierten aus, indem sie eine "Motion" (Antrag) einbringen. Bsp: "Honorable Chair, the Czech Republic moves to set the speakers' time to 1 minute." Über sämtliche Motions muss abgestimmt werden - das kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Zum Beispiel: Irgendwann hatte sich die Sprechzeit auf 2 Min. eingependelt. Da meldete sich jemand, um sie auf 3 Min. zu verlängern. Ein anderer Delegierter forderte stattdessen, sie auf 30 Sek. zu verkürzen. Über beide Vorschläge muss abgestimmt werden. Allerdings müssen bei dieser Motion zunächst 2 Sprecher für diesen Antrag, und 2 Sprecher dagegen sprechen, jew. 15 Sek. Es wurde also erst der Vorschlag 3 Min. in Betracht gezogen: 1 Sprecher dafür, einer dagegen, wieder einer dafür, noch einer dagegen, jew. 15 Sek. Danach: Abstimmung (einfache Mehrheit) - die meisten waren dagegen. Also: der 2. Antrag, die Redezeit auf 30 Sek. zu verkürzen, kommt auf den Tisch: 1 pro-Sprecher, 1 contra, 1 pro, 1 contra, Abstimmung - auch hier war die Mehrheit dagegen. Fazit: Es ist 10 Minuten später und die Redezeit beträgt nach wie vor 2 Minuten. Das ist internationale Politik ;)
Die eigentliche Arbeit erfolgt in dem informellen Teil. Auch dieser wird durch eine Motion eingeleitet (motion to suspend the meeting for a 1 hour caucus, z.B.). Während dieser Runde haben sich dann Staaten mit ähnlichen Ansichten zusammengetan, um das Thema zu diskutieren. Ich war in der Gruppe der EU-Staaten, der sich auch Neuseeland und die USA angeschlossen haben. Das Thema war "International Cooperation for Migration Management", also die Zusammenarbeit zum Aspekt Migration. Das Ziel einer solchen Session soll sein, Resolutionen zu erarbeiten, also eine Art Gesetze, die die Welt verbessern sollen. Dazu muss man sich klar werden, was man wie verändern will und kann, welche Maßnahmen man ergreift usw. Dabei muss man bedenken, dass über die erarbeiteten Resolutionsentwürfe abschließend im Plenum abgestimmt wird, d.h. man braucht eine Mehrheit hinter sich. Das heißt im Klartext: Als Entwicklungsland kann ich keine Resolution schreiben, in der bestimmt wird, dass die Industrieländern unendlich viel Geld zur Entwicklungshilfe bereit zu stellen haben, weil diese Nationen dann natürlich dagegen stimmen werden.
Diese informellen Sitzungen dauerten meist etwa 1 Stunde, und danach kehrte man zum formellen Teil zurück, wo Reden gehalten wurden. Darunter konnte ich mir zunächst gar nichts vorstellen, aber auch das wurde nach einiger Zeit klar: Zum einen wird versucht, die eigene Position des Landes zu dem Thema aufzuzeigen, und außerdem – und dies immer öfter je weiter wir vorankamen – wurde die Arbeit in den Caucusses vorgestellt, um evtl. weitere Länder für die eigenen Ideen begeistern zu können.
Am Freitag Abend also, nach vielen Reden und auch ausgiebigen Diskussionen, hatten wir unsere Resolutionsentwürfe (die zu diesem Zeitpunkt de facto noch "Working Papers", also Arbeitspapiere, sind) geschrieben und an den Chair eingereicht. Dieser teilte uns mit, dass er bis Sa früh brauchen würde, um sich diese anzusehen.
Mit diesem Wissen endete für uns der erste Sitzungstag und der Großteil fiel erschöpft und fertig sofort ins Bett.
Wir dachten, dass wir am Samstag Vormittag unsere Draft Resolutions zurückbekommen, dann darüber abstimmen, und spätestens mittags zum 2. Thema übergehen werden – aber: weit gefehlt!! Bis Abend halb 10 hat uns dieses Thema noch beschäftigt!
Und zwar bestand der Tag hauptsächlich aus dem Berichtigen und Umschreiben unserer Papers. Diese hatten wir vom Chair zurückbekommen, mit den Informationen, was wir anders/spezifischer/allgemeiner etc. schreiben sollten. Außerdem versuchten wir natürlich, durch leichte Abänderungen und Kompromisse auch noch weitere Länder für unsere Ideen und Vorschläge zu begeistern. Leider blieb es nicht bei einer Korrektur, sondern wir reichten unsere Papiere glaube 5 oder 6 mal beim Chair ein, bevor dieser komplett einverstanden war und somit aus dem Working Paper eine offizielle Draft Resolution wurde. Dies geschah dann am Abend. Es sind insgesamt 3 Resolutionsentwürfe entstanden. Wir haben alle Kopien davon bekommen, und nachdem noch die Möglichkeit bestand, "Amendments" (Änderungen, Ergänzungen) zu beantragen (das würde jetzt aber zu weit führen), wurde darüber abgestimmt, ob diese Entwürfe zu Resolutionen werden und damit in die Praxis umgesetzt werden sollen.
Es gibt verschiedene Arten von Abstimmungsverfahren, einige kamen bei uns auch vor. So wurde über eine Resolution "ganz normal" abgestimmt, d.h. wenn die einfache Mehrheit dafür war, wurde sie angenommen. Bei einer anderen wurde ein "Roll Call Vote" beantragt, d.h. die Delegierten werden der Reihe nach aufgefordert, ihre Stimme (dafür, dagegen oder Enthaltung) abzugeben – das kann vor allem für den Verfasser eines Drafts interessant sein, um zu sehen, wer sich wie entscheidet. In unserem Fall war das auch nicht weiter schlimm, aber wenn das in NY – bei möglicherweise 191 Ländern in einem Komitee – passiert, kann da wohl einige Zeit vergehen… Über den dritten Entwurf wurde nicht gleich insgesamt abgestimmt, sondern zunächst Abschnitt für Abschnitt (Antrag eines "Clause by clause votings"). Dabei wurde gegen einen der 12 Abschnitte gestimmt, was bedeutete, dass dieser gestrichen wurde. Anschließend wurde dann über die (nun nur noch aus 11 Teilen bestehenden) Resolution abgestimmt.
Von unseren 3 Resolutionsentwürfen wurden 2 angenommen und damit als "echte" Resolutionen verabschiedet; der dritte konnte keine Mehrheit für sich gewinnen.
Wir Chemnitzer arbeiteten an 2 Entwürfen mit, und das waren die, die durchgingen! :)
Wie erwähnt war es nach dieser ganzen Voting Procedure bereits halb 10 und die Sitzung wurde geschlossen. Auch der Sa war ein langer Tag, allerdings waren wir nicht ganz so erschöpft wie am Tag zuvor – wahrscheinlich hat sich unser Körper schon besser an den vielen Kaffee als Aufputscher gewöhnt :)
Den Abend ließen wir gemütlich mit den Regensburger Studenten ausklingen, wir waren noch was trinken und kamen bissl ins Gespräch. Leider traten wir am Sonntag früh dann schon die Heimfahrt an.
Alles in allem war das Wochenende zum einen total lehrreich, weil wir einfach mal erfahren haben, wie eine MUN in der Praxis abläuft – New York kann kommen sozusagen! ;) Zum anderen haben wir eine tolle Stadt und tolle Studenten kennen gelernt, sowie uns gegenseitig auch etwas besser kennen gelernt [sorry mir fällt kein Synonym ein], und eine super Zeit verlebt!
Für 6 Mann unserer Delegation ging es nämlich auf nach Regensburg, um an einer Probesimulation teilzunehmen.
Am Freitag und Samstag verbrachten wir jeweils ca. 13 Stunden in einem Sitzungssaal der Uni, wo wir zusammen mit Regensburger Studenten den Wirtschafts- und Sozialrat der UN (ECOSOC) simuliert haben. Dies verlief in einem sehr kleinen Rahmen (wir waren nur 31 - in New York bestehen die großen Komitee aus dem 10fachen!), was wir als sehr günstig empfunden haben, um einfach einmal hinein zu schnuppern. Es bestand immer die Möglichkeit, Fragen zum Ablauf zu stellen, was sehr hilfreich war.
Ich muss gestehen, dass ich TOTAL aufgeregt war, weil ich mich überhaupt nicht vorbereitet gefühlt habe. Aber ich kann berichten, dass sich die Aufregung nach einer halben Stunde gelegt hat und man sich echt schnell reingefunden hat! Außerdem hatte ich in den 2 Tagen so einige "Aha-Erlebnisse", die mir den ganzen Ablauf, den ich bisher nur theoretisch kannte, verdeutlicht haben.
Hier eine hoffentlich halbwegs verständliche Schilderung der RegMUN:
Jeder der 31 Teilnehmer vertrat ein Land, ich war Vertreter der Tschechischen Republik.
Nun ist es wichtig zu wissen, dass so eine Session aus einem formellen Teil und einem informellen, den sogenannten "caucusses", besteht. Die formelle Sitzung wird vom "Chair" (Vorsitzender) geleitet, der von 2 "Rapporteurs" ("Berichterstatter", hauptsächlich für Auszählen der Abstimmungsergebnisse zuständig) unterstützt wird; die Delegierten sitzen auf den ihnen zugewiesenen Plätzen.
Für jede Sitzung gibt es eine Agenda, die aus 3 Themen besteht. Über die Reihenfolge dieser Themen wird zu Beginn abgestimmt. (Man schafft in einer Session eigentlich immer nur 1 Thema)
Danach wird eine Sprecherliste eröffnet und die Redezeit begrenzt. All diese Dinge gehen von den Delegierten aus, indem sie eine "Motion" (Antrag) einbringen. Bsp: "Honorable Chair, the Czech Republic moves to set the speakers' time to 1 minute." Über sämtliche Motions muss abgestimmt werden - das kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Zum Beispiel: Irgendwann hatte sich die Sprechzeit auf 2 Min. eingependelt. Da meldete sich jemand, um sie auf 3 Min. zu verlängern. Ein anderer Delegierter forderte stattdessen, sie auf 30 Sek. zu verkürzen. Über beide Vorschläge muss abgestimmt werden. Allerdings müssen bei dieser Motion zunächst 2 Sprecher für diesen Antrag, und 2 Sprecher dagegen sprechen, jew. 15 Sek. Es wurde also erst der Vorschlag 3 Min. in Betracht gezogen: 1 Sprecher dafür, einer dagegen, wieder einer dafür, noch einer dagegen, jew. 15 Sek. Danach: Abstimmung (einfache Mehrheit) - die meisten waren dagegen. Also: der 2. Antrag, die Redezeit auf 30 Sek. zu verkürzen, kommt auf den Tisch: 1 pro-Sprecher, 1 contra, 1 pro, 1 contra, Abstimmung - auch hier war die Mehrheit dagegen. Fazit: Es ist 10 Minuten später und die Redezeit beträgt nach wie vor 2 Minuten. Das ist internationale Politik ;)
Die eigentliche Arbeit erfolgt in dem informellen Teil. Auch dieser wird durch eine Motion eingeleitet (motion to suspend the meeting for a 1 hour caucus, z.B.). Während dieser Runde haben sich dann Staaten mit ähnlichen Ansichten zusammengetan, um das Thema zu diskutieren. Ich war in der Gruppe der EU-Staaten, der sich auch Neuseeland und die USA angeschlossen haben. Das Thema war "International Cooperation for Migration Management", also die Zusammenarbeit zum Aspekt Migration. Das Ziel einer solchen Session soll sein, Resolutionen zu erarbeiten, also eine Art Gesetze, die die Welt verbessern sollen. Dazu muss man sich klar werden, was man wie verändern will und kann, welche Maßnahmen man ergreift usw. Dabei muss man bedenken, dass über die erarbeiteten Resolutionsentwürfe abschließend im Plenum abgestimmt wird, d.h. man braucht eine Mehrheit hinter sich. Das heißt im Klartext: Als Entwicklungsland kann ich keine Resolution schreiben, in der bestimmt wird, dass die Industrieländern unendlich viel Geld zur Entwicklungshilfe bereit zu stellen haben, weil diese Nationen dann natürlich dagegen stimmen werden.
Diese informellen Sitzungen dauerten meist etwa 1 Stunde, und danach kehrte man zum formellen Teil zurück, wo Reden gehalten wurden. Darunter konnte ich mir zunächst gar nichts vorstellen, aber auch das wurde nach einiger Zeit klar: Zum einen wird versucht, die eigene Position des Landes zu dem Thema aufzuzeigen, und außerdem – und dies immer öfter je weiter wir vorankamen – wurde die Arbeit in den Caucusses vorgestellt, um evtl. weitere Länder für die eigenen Ideen begeistern zu können.
Am Freitag Abend also, nach vielen Reden und auch ausgiebigen Diskussionen, hatten wir unsere Resolutionsentwürfe (die zu diesem Zeitpunkt de facto noch "Working Papers", also Arbeitspapiere, sind) geschrieben und an den Chair eingereicht. Dieser teilte uns mit, dass er bis Sa früh brauchen würde, um sich diese anzusehen.
Mit diesem Wissen endete für uns der erste Sitzungstag und der Großteil fiel erschöpft und fertig sofort ins Bett.
Wir dachten, dass wir am Samstag Vormittag unsere Draft Resolutions zurückbekommen, dann darüber abstimmen, und spätestens mittags zum 2. Thema übergehen werden – aber: weit gefehlt!! Bis Abend halb 10 hat uns dieses Thema noch beschäftigt!
Und zwar bestand der Tag hauptsächlich aus dem Berichtigen und Umschreiben unserer Papers. Diese hatten wir vom Chair zurückbekommen, mit den Informationen, was wir anders/spezifischer/allgemeiner etc. schreiben sollten. Außerdem versuchten wir natürlich, durch leichte Abänderungen und Kompromisse auch noch weitere Länder für unsere Ideen und Vorschläge zu begeistern. Leider blieb es nicht bei einer Korrektur, sondern wir reichten unsere Papiere glaube 5 oder 6 mal beim Chair ein, bevor dieser komplett einverstanden war und somit aus dem Working Paper eine offizielle Draft Resolution wurde. Dies geschah dann am Abend. Es sind insgesamt 3 Resolutionsentwürfe entstanden. Wir haben alle Kopien davon bekommen, und nachdem noch die Möglichkeit bestand, "Amendments" (Änderungen, Ergänzungen) zu beantragen (das würde jetzt aber zu weit führen), wurde darüber abgestimmt, ob diese Entwürfe zu Resolutionen werden und damit in die Praxis umgesetzt werden sollen.
Es gibt verschiedene Arten von Abstimmungsverfahren, einige kamen bei uns auch vor. So wurde über eine Resolution "ganz normal" abgestimmt, d.h. wenn die einfache Mehrheit dafür war, wurde sie angenommen. Bei einer anderen wurde ein "Roll Call Vote" beantragt, d.h. die Delegierten werden der Reihe nach aufgefordert, ihre Stimme (dafür, dagegen oder Enthaltung) abzugeben – das kann vor allem für den Verfasser eines Drafts interessant sein, um zu sehen, wer sich wie entscheidet. In unserem Fall war das auch nicht weiter schlimm, aber wenn das in NY – bei möglicherweise 191 Ländern in einem Komitee – passiert, kann da wohl einige Zeit vergehen… Über den dritten Entwurf wurde nicht gleich insgesamt abgestimmt, sondern zunächst Abschnitt für Abschnitt (Antrag eines "Clause by clause votings"). Dabei wurde gegen einen der 12 Abschnitte gestimmt, was bedeutete, dass dieser gestrichen wurde. Anschließend wurde dann über die (nun nur noch aus 11 Teilen bestehenden) Resolution abgestimmt.
Von unseren 3 Resolutionsentwürfen wurden 2 angenommen und damit als "echte" Resolutionen verabschiedet; der dritte konnte keine Mehrheit für sich gewinnen.
Wir Chemnitzer arbeiteten an 2 Entwürfen mit, und das waren die, die durchgingen! :)
Wie erwähnt war es nach dieser ganzen Voting Procedure bereits halb 10 und die Sitzung wurde geschlossen. Auch der Sa war ein langer Tag, allerdings waren wir nicht ganz so erschöpft wie am Tag zuvor – wahrscheinlich hat sich unser Körper schon besser an den vielen Kaffee als Aufputscher gewöhnt :)
Den Abend ließen wir gemütlich mit den Regensburger Studenten ausklingen, wir waren noch was trinken und kamen bissl ins Gespräch. Leider traten wir am Sonntag früh dann schon die Heimfahrt an.
Alles in allem war das Wochenende zum einen total lehrreich, weil wir einfach mal erfahren haben, wie eine MUN in der Praxis abläuft – New York kann kommen sozusagen! ;) Zum anderen haben wir eine tolle Stadt und tolle Studenten kennen gelernt, sowie uns gegenseitig auch etwas besser kennen gelernt [sorry mir fällt kein Synonym ein], und eine super Zeit verlebt!
Leider konnte Sue, unser Faculty Advisor, uns wegen ihrem Unfall nicht begleiten, aber entgegen aller Bedenken haben wir uns auch ohne sie gut durchschlagen können! (Ein großes Danke auch noch mal an die Veranstalter, die sich neben der MUN super um uns gekümmert haben! :)
auch wenn kein DDR-Bau - die Uni sieht nicht viel besser aus als die Chemnitzer! ;)
In der Hoffnung, euch das ganze etwas anschaulich dargestellt zu haben… bis bald und Happy Chanukka! (Stay in character – schließlich sind wir Israel! :)
Montag, 8. Dezember 2008
Auf zur RegMUN...
Am Donnerstag geht es für 6 Chemnitzer Diplomaten nach Regensburg zu einer Probesimulation! Wir erhoffen uns davon einen kleinen Einblick in alles, was wir bisher nur theoretisch lernen und vom erzählen her kennen.
Auch wenn das Blockseminar gestern leider nicht stattfinden konnte und wir uns ohne Sue in Regensburg behaupten müssen, werden wir da zuversichtlich rangehen und die ganze Sache rocken! :)
(Und es gibt ja zum Glück immer noch den Point of Inquiery: "Honorable Chair, could you please explain what xxx means oder how xxx works?" - Schließlich ist das ja zum üben und zum Fragen stellen.)
Auch wenn das Blockseminar gestern leider nicht stattfinden konnte und wir uns ohne Sue in Regensburg behaupten müssen, werden wir da zuversichtlich rangehen und die ganze Sache rocken! :)
(Und es gibt ja zum Glück immer noch den Point of Inquiery: "Honorable Chair, could you please explain what xxx means oder how xxx works?" - Schließlich ist das ja zum üben und zum Fragen stellen.)
Freitag, 5. Dezember 2008
Die Chemnitzer Delegation stellt sich vor
Für Israel in die UNO - im April wird es für uns soweit sein!
Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber wir geben uns viel Mühe und stecken mittendrin in den Vorbereitungen.
Offizielle Bilder wurden nun auch von uns gemacht, und hoffentlic noch vor Weihnachten sollen unsere Flyer (bereits im Druck!) sowie die Website stehen.
Gestatten? Die jungen Diplomaten aus Chemnitz :
vorn: Sue (unser Faculty Advisor), ich :) (ES), Philine (ES), Amelie (ES), Philipp (powi), Vivienne (Anglistik-Amerikanistik), Georg (powi)
ganz vorn: UNO-Flagge ;)
Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, aber wir geben uns viel Mühe und stecken mittendrin in den Vorbereitungen.
Offizielle Bilder wurden nun auch von uns gemacht, und hoffentlic noch vor Weihnachten sollen unsere Flyer (bereits im Druck!) sowie die Website stehen.
Gestatten? Die jungen Diplomaten aus Chemnitz :
vorn: Sue (unser Faculty Advisor), ich :) (ES), Philine (ES), Amelie (ES), Philipp (powi), Vivienne (Anglistik-Amerikanistik), Georg (powi)
ganz vorn: UNO-Flagge ;)
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