Samstag, 7. März 2009

Berlin

Am Dienstag machte sich die
Chemnitzer Delegation auf dem Weg in die Hauptstadt. Um 9 hatten wir einen Termin im Auswärtigen Amt. Mirko Schilbach, Mitarbeiter der Abteilung für Vereinte Nationen und Globale Fragen, Hauptbereich Sicherheitsrat, begrüßte uns. Er hielt einen Vortrag über die Arbeitsweise der UNO, das Abstimmen und die verschiedenen Gruppen und Blöcke von Ländern, die es so gibt. Außerdem hat er uns vorgestellt, wie ein Tag für die ständigen Verteter in New York aussieht. Fragen dazu konnten wir natürlich auch loswerden.
Spannend wurde es danach: Sybille Sorg, Stellvertretende Referatsleitung für Israel, sowie ihr Attaché Judith Goldstein, hatten Zeit für uns. Dank ihrer langjährigen Arbeit in Tel Aviv konnte Frau Sorg uns eindrucksvoll das israelische Denken vermitteln. Außenpolitik, den Existenzkampf oder auch die Religion haben wir aus israelischer Sichtweise erklärt bekommen - genau die Weise, die wir in New York vertreten werden. Auch zahlreiche Fragen konnten wir loswerden und hielten kurze und auskunftreiche Antworten.
Ein interessantes Zitat beendete unseren Termin im AA:
Wenn Israel die Waffen niederlegt, gibt es kein Israel mehr. Wenn die Araber die Waffen niederlegen, gibt es Frieden.


Israel-typisch ging es weiter: Ein Besuch der Berliner Synagoge in der Oranienburger Straße stand an. Dort erhielten wir eine tolle Führung von einem jungen Historiker, der einen sehr engen Kontakt zu Israel sowie Juden aus aller Welt pflegt.
Die Synagoge war Anfang des 20. Jahrhunderts mit 3200 Sitzplätzen das größte Gotteshaus Berlins. In der Reichskristallnacht 1938 wurde ihr von den Nationalsozialisten schwere Schäden zugefügt. Und im 2. Weltkrieg zerstörten Bomben den Hauptraum der Synagoge. Heute steht der Vorderteil inklusive der Kuppel, die in den 1990er Jahren wieder errichtet wurde. In diesem Teil befindet sich ein Museum. Der Hauptraum wurde allerdings nicht wieder errichtet, man findet lediglich die Grundrisse im Hinterhof und kann erahnen, welche Ausmaße das Gebäude einst hatte. (Mehr zur Geschichte findet man hier.)
Wir erfuhren jedoch nicht nur die Geschichte dieser Synagoge. In der Führung wurde auch von der jüdischen Kultur und der Religion gesprochen. Weiterhin berichtete uns der Guide von seinen Erfahrungen, die er mit jüdischen Besuchergruppen schon gemacht hat - unter anderem auch mit Überlebenden des Holocausts. Und er verdeutlichte eins: Mann muss nicht verstehen oder nachempfinden können, was in diesen Leuten vorgeht, aber man muss es akzeptieren und respektieren.
Nach einem gemeinsamen Essen verstreute sich die Delegation dann... und am 31. März treffen wir uns alle in New York wieder!

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